Vogelspinnen

Vogelspinnen sind eine von 109 Spinnenfamilien und gehören zur Familie der Theraposidae. Seit dem Teritär (vor 67 bis 2 Millionen Jahren) sind die heutigen modernen Vogelspinnen überliefert. Ihren Namen verdanken sie der Malerin Sybille Merian. Sie bereiste 1699 Surinam und zeichnete eine auf einem Ast sitzende große Spinne, die über einem getöteten Vogel saß. 1758 bezeichnete sie der Systematiker Linné als Aranea avicularia, (Avis = Vogel). Diese Bezeichnung wurde in Avicularia avicularia geändert, die bis heute gültig ist.

Die Vogelspinne wird auch immer noch fälschlicherweise alsTarantel (Wolfsspinne = Lycosa tarantula) bezeichnet. Diese Bezeichnung brachten italienische Auswanderer nach Amerika, da sie die dort vorkommenden Vogelspinnen für ihre heimischen Wolfsspinnen hielten.

Vogelspinnen, besonders die großen Exemplare wie z. B. Theraposa blondi, werden oft als gefährliche "Monster" dargestellt. Auch einige Filme, wie z. B. Tarantula, Arachnophobia, trugen dazu bei. Hierzu sollte man wissen, dass Vogelspinnen eigentlich "primitive" Spinnen sind. Ihre Giftwirkung ist nicht annähernd so gefährlich, wie immer wieder behauptet wird. Zu der Zeit als sich Vogelspinnen entwickelten, gab es noch gar keine Warmblüter. Daher ist ihr Gift hauptsächlich auf Insekten ausgelegt. Für den Menschen ist die Giftwirkung am besten mit einem Wespenstich vergleichbar.  Wenige Arten der Vogelspinnen besitzen ein wirklich potentes Gift. Auch ist dies normalerweise für den gesunden, erwachsenen Menschen nicht tödlich. Selbst Allergiker sterben nicht bei dem ersten Biss einer Vogelspinne. Sie müssen erst eine Allergie für dieses Gift entwickeln, bevor sie anfällig dafür werden. Allerdings ist bei großen Vogelspinnen die Größe der Chelizerenklauen nicht zu unterschätzen. Meist ist eine unbehandelte Infektion der Bissstelle gefährlicher als das Gift selbst.

In der heutigen Zeit erfreuen Vogelspinnen ihre Halter immer mehr als beliebte Terrarienbewohner. Sie sind vielfältig in der Art (es gibt weit über 800 Arten), boden- oder baumbewohnend, reine Höhlenbewohner die tiefe Gänge graben. Vogelspinnen gibt es fast auf jedem Erdteil mit Ausnahme von Europa und den Polregionen. Es gibt große Exemplare, wie z. B. Theraposa blondi mit bis zu 12 cm Körperlänge und ca. 30 cm Beinspannweite, bis hin zu den Zwergvogelspinnen wie z. B. Cyriocosmus spec. mit 1,5 - 2 cm Körperlänge. Auch sind sämtliche Farben vertreten, von einheitlich schwarz bis zu bunten Exemplaren. Wer sich einmal näher mit dieser Spezies beschäftigt, ist ihr schnell "verfallen". Eine steigende Zahl von Liebhabern kann ein "Lied davon singen". Denn selten bleibt es bei einem gehaltenen Exemplar. Dazu ist die Vielfalt dieser Tiere zu verlockend.

Nachdem ich Sie nun auf den "Geschmack" gebracht habe, möchte ich noch kurz anmerken dass Vogelspinnen keine Kuscheltiere sind. Sie möchten nicht gestreichelt oder aus dem Terrarium gehoben werden. Auch brauchen sie keinen Auslauf außerhalb des Terrariums. Es genügt Ihnen vollkommen, wenn sie in ihrem artgerecht eingerichteten Terrarium bewundert werden.

© 2011 Alle Rechte vorbehalten.

Erstellen Sie kostenlose HomepageWebnode